Einige Begriffe zum Thema VMI werden hier erklärt
BMI bedeutet, dass der Handel im Unterschied zu Vendor Managed Inventory (VMI) und Co Managed Inventory (CMI) seine Versorgung mit Waren alleine steuert.
Co Managed Inventory ist eine Variante des Vendor Managed Inventory-Ansatzes. CMI bedeutet, dass Hersteller und Händler gemeinsam den Warenversorgungsprozess steuern. Dabei organisiert die Industrie die Versorgung mit Normalware, der Handel dagegen die Versorgung mit Aktionsware.
International gültiger Nachrichtenstandard zur elektronischen Übertragung von Daten (Electronic Data Interchange). EANCOM ist der in der Konsumgüterwirtschaft am häufigsten verwendete Anwendungsstandard der Norm UN/EDIFACT. Diese von der United Nations Economic Commission for Europe definierte Norm für den elektronischen Datenaustausch von Verwaltung, Handel und Transport (EDIFACT – Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport) sorgt dafür, dass in einer EDI-Nachricht jedes Informationssegment an einer genau definierten Stelle steht. Es gibt für nahezu alle Transaktionen innerhalb der Prozesskette eines Handelsunternehmens den passenden EANCOM-Nachrichtenstandard – für Bestellungen zum Beispiel das Format ORDERS, für die Ankündigung der Lieferung das Format DESADV, für die Rechnung das Format INVOIC. Insgesamt gibt es über 40 international gültige EANCOM-Nachrichtenarten, die die Geschäftsprozesse zwischen Handel und Industrie abbilden.
Weltweit gültige, überschneidungsfreie Nummern- und Kodiersysteme zur eindeutigen Identifizierung von Waren, Dienstleistungen und Unternehmen. Auch als EAN/UCC-Systeme bezeichnet. Spezifische logistische Informationen wie zum Beispiel Artikelbeschreibungen und Eigenschaften von Versandeinheiten werden durch EAN-Standards numerisch verschlüsselt und maschinell lesbar gemacht. Die Informationen werden entweder als Strichcodes auf Artikeln oder Verpackungen dargestellt oder für die elektronische Kommunikation (Electronic Data Interchange (EDI)) in eine spezielle Nachrichtensprache (EANCOM) übersetzt. Die EAN-Standards bestehen im Kern aus drei großen Nummern- und Kodiersystemen: der Europäischen Artikelnummer EAN bzw.Global Trade Item Number (GTIN) zur einheitlichen Kennzeichnung von Waren und Dienstleistungen, der Internationalen bzw. Globalen Lokationsnummer (Global Location Number (GLN)) zur Identifizierung von Unternehmen oder Unternehmensteilen sowie der Nummer der Versandeinheit oder Serial Shipping Container Code (SSCC) zur Identifikation von Transport- und Lagereinheiten wie beispielsweise Paletten. Diese einheitlichen, weltweit gültigen Nummernsysteme ersetzen in der Geschäftskommunikation die kostspielige und fehleranfällige Übertragung von Adressen, Artikelbeschreibungen oder sonstigen Detailinformationen.
Gemeinsame Initiative von Handels-, Hersteller- und Dienstleistungsunternehmen mit dem Ziel, die Erwartungen und Bedürfnisse der Konsumenten bestmöglich und auf effiziente Weise zu erfüllen. ECR betrachtet Geschäftsprozesse über die gesamte Wertschöpfungskette vom Zulieferer über den Hersteller bis zum Handelsunternehmen und zum Konsumenten. Durch die Optimierung von zum Beispiel der Warenverfügbarkeit oder des Lagermanagements sollen einerseits die Kundenzufriedenheit und andererseits die Wertschöpfung gesteigert werden.
Die ECR-Strategie unterscheidet dabei Maßnahmen auf der Supply Side (Versorgungsseite) und der Demand Side (Nachfrageseite). Auf der Supply Side steht der Effiziente Warenfluss im Vordergrund, auf der Demand Side sind es die Themen Effiziente Verkaufsförderung, Effiziente Produkteinführung und Effiziente Sortimentsgestaltung.
Mit Supply Chain ist die gesamte Lieferkette eines Produktes gemeint. Dies beginnt bei der Herstellung und geht über mögliche Zwischenhändler bis hin zum Endverbraucher. Da die Herstellungsverfahren oft bereits kostenoptimiert sind und die Preiselastizität beim Endverbraucher je nach Produkt beschränkt ist, bleibt nur noch die Supply Chain wo Kosten eingespart werden könnnen.
Bei VMI erhält der Hersteller direkt aus der Verkaufsstelle oder dem Zentrallager des Händlers (z.B. Coop, Manor, Migros) die Abgangsdaten. Ansatzpunkt ist die Erarbeitung von EDV-gestützten Bestellvorschlägen aufgrund der laufend übermittelten Bestandes- oder Abverkaufsdaten. Mit der Technik des VMI wird deutlich, dass die Bewirtschaftung des Distributionszentrums optimalerweise beim Hersteller und nicht mehr beim Händler liegt. Der Handel wird dies allerdings nur dann tolerieren, wenn für ihn mit absoluter Sicherheit feststeht, dass die Hersteller über geeignete Prognosoverfahren verfügen, um die Planabverkaufsmengen möglichst präzise zu bestimmen. Im Gegenzug zur Übermittlung relevanter Lagerdaten wird man eine stärkere Einbindung in die Konzeption und Systematik der Hersteller-Prognostechniken fordern. Voraussetzung für eine derartige Aufgabenumverteilung ist somit ein perfekt funktionierender Informationsaustausch. Das Handelsunternehmen könnte sich dann verstärkt auf seine Aktivitäten am POS konzentrieren (z.B. Implementierung ausgefeilter Service- und Kundenbindungsmassnahmen) und der Hersteller seine Produktion entsprechend der zu erwartenden Abverkaufsmengen ausrichten (synchronisierte Produktion gekoppelt mit Just-in-Time-Belieferung).